Von CIC Am

In Berichte aus dem Vatikan

Rom, 15.10.15 (kath.ch) Die Bischofssynode über Ehe und Familie hat sich am Mittwoch und Donnerstag, 14./15. Oktober, intensiv dem kirchlichen Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen gewidmet. Wie Vatikansprecher Federico Lombardi am Donnerstag mitteilte, ergriffen in dieser Zeit 93 Synodenväter das Wort. Viele Redner hätten die Notwendigkeit betont, strikt an der katholischen Lehre festzuhalten, wonach wiederverheiratete Geschiedene vom Kommunionsempfang und den weiteren Sakramenten ausgeschlossen sind, sagte ein weiterer Synodensprecher.

Die Kirche habe weder die Autorität noch die Macht, das Wort Gottes zu verändern, zitierte er aus dem Beitrag eines Synodalen. Andere Teilnehmer betonten demnach hingegen, die Kirche dürfe keinen Gläubigen dauerhaft von den Sakramenten ausschliessen.

Zahlreiche Wortmeldungen plädierten in diesem Zusammenhang für einen «glaubhaften» Umgang mit den Betroffenen. Konkret wurden analog zur Taufvorbereitung die Einführung eines «Katechumenats» und eines Busswegs für wiederverheiratete Geschiedene vorgeschlagen, an dessen Ende unter bestimmten Voraussetzungen eine Wiederzulassung wiederverheirateter Geschiedener zu den Sakramenten stehen könne. Dem Sprecher zufolge befürworteten mehrere Redner eine genaue Einzelfallprüfung. Betont wurde auch die Notwendigkeit, Priester in ihrer Ausbildung besser auf die pastorale Begleitung von Geschiedenen vorzubereiten.

Daneben befasste sich das Synodenplenum mit zahlreichen weiteren Themen. Dazu zählten etwa die Gefahren für die Familie durch Terror, Armut und Migration, die Herausforderungen für gemischtreligiöse Ehepaare sowie die weltweit hohen Abtreibungszahlen. (cic)