Rom, 25.10.15 (kath.ch) Die Weltbischofssynode hat sich in ihrem Abschlussdokument für eine stärkere Integration der wiederverheirateten Geschiedenen in die kirchliche Gemeinschaft ausgesprochen. «Die Logik der Integration ist der Schlüssel für ihre pastorale Begleitung», heisst es in dem Text, der am Samstag, 24. Oktober, mit der erforderlichen Zweidrittelmehrheit verabschiedet wurde. Auf die Frage des Kommunionsempfangs, über die die Synodalen heftig diskutiert hatten, geht das Dokument nicht direkt ein.
Die Betroffenen dürften nicht alleingelassen werden und dürften sich auf keinen Fall exkommuniziert fühlen, so der Text. Dabei müsse auch sorgfältig überprüft und unterschieden werden, welche bisherigen Ausschlüsse aus dem liturgischen, pastoralen, erzieherischen und institutionellen Bereich überwunden werden könnten.
Kommunionsempfang nicht behandelt
Auf die bei der Synode heftig diskutierte Frage eines möglichen Kommunionsempfangs für wiederverheiratete Geschiedene geht der Text nicht direkt ein, ebenso nicht auf den Vorschlag eines Bussweges. Allerdings befürworteten die Synodalen einen Weg der Besinnung und der Gewissensbildung im Gespräch mit einem Beichtvater im «Forum internum». Dieses Gespräch soll zur «Bildung eines rechten Urteils über das führen, was der Möglichkeit einer vollen Teilnahme am Leben der Kirche entgegensteht, und über Schritte, die dieser Teilnahme förderlich sind und sie wachsen lassen können».
In jedem Fall müsse man den unterschiedlichen Situationen beim Scheitern einer Ehe sorgfältig Rechnung tragen, fordern die Synodalen. Es sei ein Unterschied, ob jemand trotz ehrlichem Bemühen, die erste Ehe zu retten, zu Unrecht verlassen wurde, oder ob jemand durch schwere Schuld eine kanonisch gültige Ehe zerstört hat. Andere gingen eine zweite Verbindung mit Blick auf die Erziehung der Kinder ein. Wieder andere seien überzeugt, dass ihre vorherige irreparabel zerstörte Ehe niemals gültig gewesen sei.
Es sei Aufgabe der Priester, diese Personen auf ihrem Weg der Unterscheidung nach der Lehre der Kirche und der Orientierung des Bischofs zu begleiten. Bei diesem Prozess sei Gewissenerforschung durch Reflexion und Busse notwendig, so der Synodentext.
Umstrittene Abschnitte nur knapp verabschiedet
Die umstrittenen Abschnitte des Papiers wurden, anders als die übrigen Paragraphen des Textes, nur mit einer knappen Zweidrittelmehrheit verabschiedet. Der insgesamt 94 Abschnitte umfassende Text wurde am Ende der Synodenberatungen dem Papst übergeben mit der Bitte, ein Dokument über die Familie zu erstellen. Die Synode geht am Sonntag nach dreiwöchiger Dauer mit einer feierlichen Messe im Petersdom zu Ende. (cic)