Von Barbara Ludwig Am

In Berichte aus dem Vatikan

Rom, 24.10.15 (kath.ch) Nathalie und Christian Mignonat haben zusammen mit 16 weiteren Paaren an der Weltbischofssynode in Rom teilnehmen können. Als Gasthörer. Das Paar aus Frankreich brachte die Anliegen der wiederverheirateten Geschiedenen ein. Gegenüber dem Westschweizer Portal cath.ch (24. Oktober) erzählten die Mignonats von ihren Erfahrungen an dem dreiwöchigen Treffen, das am Samstag zu Ende geht.

Nathalie und Christian Mignonat engagieren sich in Frankreich bei den «Equipes Reliance». Diese Bewegung will Geschiedene, die in einer neuen Partnerschaft leben, auf ihrem spirituellen Weg begleiten. Gegenüber cath.ch sagten die Mignonats, die Synode habe in einer Atmosphäre des Dialogs stattgefunden. Einzelne Synodale seien in den Pausen auf sie zugekommen, um ihnen für ihr Engagement zu danken und sie darin zu ermutigen. «Einigen konnten wir sogar Informationen über unsere Arbeit in die Hand drücken.»

«Man hörte uns zu. Aber wurden wir auch verstanden?»

«Wir konnten uns frei zu den Anliegen der wiederverheirateten Geschiedenen äussern. Zu diesem Zweck wurden wir ja eingeladen. Man hat uns zugehört. Offen ist aber, ob man uns auch verstanden hat», so das Ehepaar. Nathalie und Christian Mignonat konnten den Beratungen eines französischsprachigen Zirkels beiwohnen. Dieser Gruppe hätten Synodale unterschiedlicher Nationalität und aus verschiedenen Kulturen angehört. Dadurch seien ihnen die kulturellen Unterschiede zwischen den Weltregionen bewusst geworden und sie hätten nachvollziehen können, dass man sich nicht überall die gleichen Sorgen mache, so das Ehepaar. Christian Mignonat nannte als Beispiele die Polygamie und die wiederverheirateten Geschiedenen.

Disziplin verhindert Barmherzigkeit

Unabhängig von diesen Unterschieden gebe es jedoch ein Problem, das überall existiere: «Wenn der Pfarrer die Barmherzigkeit Gottes weitergeben will, wird er durch die Disziplin blockiert.» Es gebe demnach ähnliche Situationen bei unterschiedlichen Problemstellungen. Hier könnte man versuchen, einen gemeinsamen Nenner zu finden. Nathalie Mignonat erklärte, eine muslimische Frau, die in Polygamie lebe, könne nicht getauft werden. Denn im Falle einer Konversion stünde ihre Situation im Widerspruch zum Kirchenrecht. Das gleiche gelte für wiederverheiratete Geschiedene.

Für das Ehepaar ist das wichtigste Ergebnis der Synode, dass man begonnen habe, einander zuzuhören und gemeinsame Schritte zu gehen. Der synodale Prozess stelle für sie im Moment die «echte Hoffnung» dar, so die Mignonats gegenüber cath.ch. «Dem Papst schwebt eine synodale Kirche vor. Jetzt muss sich jeder auf den Weg machen in dieser synodalen Kirche.» (cath.ch/bal)