Von Charles Martig Am

In Berichte aus dem Vatikan

Die Versammlung der Bischöfe in der Form einer Synode ist für die römisch-katholische Kirche eine relativ neue Erscheinung. Einige Stichworte, die als Orientierung und Betriebsanleitung dienen.

Die Bischofssynode ist gerade einmal 50 Jahre alt. Sie wurde von Papst Paul VI. gegründet am Ende des zweiten Vatikanischen Konzils und zwar auf Wunsch der Konzilsväter. Konkret wurden die Regeln und die Ziele im Apostolischen Schreiben Apostolica sollicitudo vom 15. September 1965 festgelegt.

«Mini Konzil»

Die Synode ist eine Versammlung von Bischöfen, deren Aufgabe darin besteht, den Papst bei der Führung der katholischen Kirche zu unterstützen. Die Synode ist «ein Ausdruck und ein besonders fruchtbares Instrument der bischöflichen Kollegialität», sagte Johannes Paul II.

Als eine Art «Konzil in Kleinformat» wird die Synode durch die Bischöfe konstituiert, die von den Bischofkonferenzen ernannt werden. Die Synode wird immer vom Papst einberufen. Im Gegensatz zu einem richtigen Konzil hat die Synode nur beratenden Charakter.

Vom Lokalen zum Allgemeinen

Im Dienste der kirchlichen Gemeinschaft und der Kollegialität der Bischöfe mit dem Papst kann die Synode jedes Thema behandeln. Die Thematik kann sehr lokal sein («Die pastorale Situation in den Niederlanden» im Jahr 1980) oder von allgemeiner Reichweite sein («Das geweihte Leben und seine Mission in der Kirche und in der Welt» im Jahr 1994).

166 diözesane Bischöfe

Die Synodenväter, die von ihresgleichen gewählt werden, repräsentieren die weltweite Kirche. Sie sind im Verhältnis zur Grösse des Episkopats ihres Landes anwesend. Eine nationale Bischofskonferenz, die weniger als 25 Mitglieder umfasst – wie es in der Schweiz der Fall ist – entsendet einen Vertreter: Jean-Marie Lovey, Bischof von Sitten, ist beauftragt für das Treffen vom 4.-25. Oktober 2015. (Bischof Markus Büchel war im Oktober 2014 am ersten Treffen der Familiensynode dabei). Die Bischofskonferenzen, die weniger als 50 Mitglieder haben, entsenden zwei Vertreter. Die grösseren Konferenzen, z.B. Frankreich, Italien, USA und Brasilien, haben drei oder vier Delegierte. Die katholischen Kirchen des Ostens haben ebenfalls ihre Delegierten: 22 Patriarchen und Bischöfe befinden sich auf der Liste der Synodenväter 2015.

Bischöfe auf dem Weg nach Rom

Aus allen Teilen der Erde kommen die Bischöfe zur Synode nach Rom. Von den insgesamt 166 Bischöfen kommen 47 aus Europa, 45 aus Amerika, 44 aus Afrika, 25 aus Asien und 5 aus Ozeanien. Neben den Bischöfen sind auch Experten und Ehepaare an die Synode eingeladen.

Bischöfe an der Familiensynode | © 2015 kath.ch
Bischöfe an der Familiensynode | © 2015 kath.ch

Die Originaldokumente in deutscher Sprache

Es gibt drei wichtige Grundlagentexte für die Familiensynode 2015:

Relatio Synodi: Hier handelt es sich um das das «Ergebnispapier» der III. Ausserordentlichen Synode 2014.
Lineamenta: Damit wird der mit Fragen ergänzte Text bezeichnet, der in die Ortskirchen, d.h. in die katholischen Kirchen der verschiedenen Kontinente und Länder, geschickt wurde.
Instrumentum Laboris: Dies ist das Arbeitsinstrument für die aktuelle Familiensynode; hier flossen die Beobachtungen und Reaktionen auf die vorangegangen Texte mit ein. Einen kurzen Überblick über den Inhalt des Insturmentum laboris finden Sie hier.